. . . illig.international

Gemeinheit

Dialogvortrag COMMUNITYartCENTERmannheim

"seien wir realistisch: eine andere Welt ist immer möglich . . . !"

 

 

Assoziationen über den öffentlichen Raum
und seine Gestaltungselemente
Bild1 Himmel

Hallo Raum?
Wie spricht man öffentlichen Raum eigentlich an.
Hallo Ihr? für die vielen öffentlichen Räume?
Hallo Sie? für die unbekannten öffentlichen Räume?
Hallo Du? Hallo ich? Hallo Wir?
Denn eigentlich gehört der öffentliche Raum ja allen, also gehört ein Teilraum des
öffentlichen Raumes auch mir und ich sieze ja weder mich, noch meine Sachen (es sei
denn ich hab ein eher distanziertes Verhältnis zu meinem Ich, das wäre dann sozusagen
eine Art innere Entfremdung, quasi eine Art Flucht aus dem Selbst . . .)
Hallo Raum!
Hallo? Wie ist es denn so?
Angenehm, gut und nützlich?
Ja? Für wen? Und warum?
Dies hier ist Raum. Der ist auch offen, sogar öffentlich, da es ja eine öffentliche
Veranstaltung ist. Aber öffentlicher Raum - was ist das eigentlich? Etwas das uns so
selbstverständlich umgibt wie Luft und Wasser?

Das hier ist hinter dem Himmel
Bild 2 Erde im Weltall
Hinter dem Himmel ist draußen.
Draußen - das ist Welt-all.
Da wo die Welt noch nicht all ist, ist drinnen.
Drinnen der Weltinnenraum.
Um diesen Weltinnenraum geht es heute.

Das hier ist Wasser
Bild 3 Wasser
Wasser gibt es in diesem Weltinnenraum auch viel.
„Das hier ist Wasser“ ist eine sehr bekannte Rede vor amerikanischen
Collegeabsolventen:
„Zwei Fische sind unterwegs, da kommt ein äterer Fisch entgegen und fragt die zwei
jüngeren Fische: „Hallo Jungs: Na, wie ist das Wasser?“
Die beiden schwimmen ein Stück weiter und nach einer Weile fragt der eine den
anderen Fisch: „Wasser? Was meint er denn damit?“
Die Geschichte soll die Absolventen auf ein Leben vorbereiten in dem man nichts als
selbstverständlich hinnimmt. So wie unser „Wasser“ der Raum der uns umgibt
der öffentliche Raum gar nicht selbstverständlich ist. Dass er wirklich da ist,
so wie wir wirklich da sind. Aber sind wir denn auch wirklich immer wirklich da?
Und ist auch wirklich immer Raum da?
Raum für alle?
2
Geschlossene Gesellschaft
4 Schild geschlossene Gesellschaft
öffentlich ist öffentlich – das heißt offen – nicht geschlossen
gehört der Öffentlichkeit, der Gesellschaft,
der Allgemeinheit,
nicht der (Ab)Geschlossenheit
Das Gegenteil von öffentlich ist dann?
geschlossen, eingeschlossen, ausgeschlossen
und hat zu tun mit SCHLOSS ?
SCHLUSS !
Öffentlicher Raum für eine offene Gesellschaft,
keine geschlossene Gesellschaft.
Öffentlicher Raum als Ort, an dem vieles möglich ist.
An dem Welt machen möglich ist.
???
Offen
öffentlich, öffentliches Recht, öffentliches Vermögen
Privat
privatrecht, Privatvermögen, individuelles Vermögen
Gemein
allgemein, Gemeinschaft, Gemeinschaftsvermögen,
gemeinsames Vermögen
öffentlicher Raum
Bild 5 screenshot wikipedia
Zitat aus wikipedia vom 28.03.2018:
“Als öffentlicher Raum wird jene räumliche Konstellation bezeichnet, die aus einer
öffentlichen Verkehrs- oder Grünfläche und den angrenzenden privaten oder öffentlichen
Gebäuden gebildet wird. Das Zusammenwirken dieser Elemente bestimmt den
Charakter und die Qualität des öffentlichen Raumes. Voraussetzung ist, dass die Fläche
einer Gemeinde oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts gehört und der
Öffentlichkeit frei zugänglich ist, von der Gemeinde bewirtschaftet und unterhalten wird.
Im Allgemeinen fallen öffentliche Verkehrsflächen für Fußgänger, Fahrrad- und
Kraftfahrzeugverkehr, aber auch Parkanlagen und Platzanlagen darunter.
Der öffentliche Raum steht dem privaten Raum gegenüber. Öffentliche Gebäude und
Verkehrsmittel stellen eine andere Form öffentlicher Einrichtungen dar.“
Öffentlicher Raum ist also entsprechend diesem öffentlichen internetlexikon jene
räumliche Konstellation, die aus einer öffentlichen Verkehrs- oder Grünfläche und den
angrenzenden privaten oder öffentlichen Gebäuden besteht.
Der öffentliche Raum ist demnach wohl eine Restfläche, eine Fläche die übrig ist, die
sonst niemandem gehört und für die somit „die Öffentlichkeit“ zuständig ist.
3
Dies hier ist hart erkämpfter Raum
Bild 6 Löwenzahnbild
Löwenzahnstrategie - Da setzt sich eine vermeintlich schwache Pflanze gegen die
sogenannte harte Realität durch.
wer, wo, was,
wieso, weshalb, warum
wer nicht fragt bleibt dumm
Raum
Raum wozu
Raum für wen
Raum für wann
Raum wodurch?
Raum:
Bild Löwenzahn
Raum als:
Lebensraum, Versorgungsraum,
Übriger Raum, Restraum, Unraum, Nichtraum, Utopie
Virtueller Raum, Digitaler Raum, Speicherraum, Cloud, Netzwerk,
sozialer Raum?
gefangener Raum, freier Raum, toter Raum,
beschrifteter Raum, bezeichneter Raum,
Verbotsräume, Erlaubnisräume, Denkräume,
Schaffensräume
Vorstellungsraum, Vollstellungsraum,
Klangraum, Ruheraum
Bezahlter Raum, Okkupierter Raum, Verkaufsraum
Angstraum, Gefährdungsraum, Überwachungsraum, Sicherheitsraum, Schutzraum
Spielraum
Experimentierraum, Erprobungsraum, Handlungsraum
Verhandlungsraum,
Politischer Raum, Demonstrationsraum,
Gesellschaftlicher Raum, Gemeinschaftsraum
Gestaltungsraum
4
Grundgesetz
Sozialpflichtigkeit des Eigentums
Bild 7 Lupinenstrase
Zitat aus dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 14
(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden
durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit
dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig.
Das, was wir hier so von der Oberfläche des öffentlichen Raumes sehen, ist nicht schön.
Es führt auch nicht zu einem gesteigerten Wohlbefinden. Das hier den öffentlichen Raum
definierende Eigentum dient nicht dem Wohl der Allgemeinheit.
Allgemeinheit, Allgemeingut, Allmende
Bild 8 Nogo Mittelstraßenecke
Bedeutungen gemäß wiki:
All·ge·me̱ i ̱n·heit Substantiv [die]
1. alle Menschen in der Gesellschaft eines Landes.
i.S.v.:"sich an die Allgemeinheit wenden" Synomym: Öffentlichkeit 2. nichtssagende
Worte. i.S.v.:"nichts als Allgemeinheiten sagen" Synonym: Allgemeinplatz
Allgemeingut, Allmende
Allgemeines Gut, das allen gemeinsam gehört.
Aristoteles beklagte allerdings auch schon den Zustand der Allmende als er feststellte:
„Das dem Gut, das der größten Zahl gemeinsam ist, die geringste Fürsorge zuteil wird“
Gut
steht es um das Allgemeingut auch heute (noch) nicht
Commons
Bild 9 Windowswiese
So gepflegt idyllisch sieht der öffentliche Raum im Allgemeinen nicht aus
(höchstens als Bildschirmschoner)
Commons Zitat aus wikipedia, vom 28.03.2018
“Commons (von latein. communis; von com und munus; engl. common; dt.
gemein(sam)) ist ein im Deutschen zunehmend verwendeter Begriff. Er bezeichnet
Ressourcen (Code, Wissen, Nahrung, Energiequellen, Wasser, Land, Zeit u.a.), die aus
selbstorganisierten Prozessen des gemeinsamen bedürfnisorientierten Produzierens,
Verwaltens, Pflegens und/oder Nutzens (Commoning) hervorgehen.[1][2][3] Commons
werden vielfach „jenseits von Markt und Staat“ verortet, womit vor allem gemeint ist,
dass in Commons-Kontexten andere Handlungslogiken dominieren.“
5
Zaun, Zäune
Bild 10: Weidezaun
“Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu
sagen "Dies gehört mir" und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben,
war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft.
Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Elend und Schrecken wäre dem
Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen
Mitmenschen zugerufen hätte:
"Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst,
dass zwar die Früchte allen, die Erde aber niemandem gehört.“
Jean-Jacques Rousseau, 1755: "Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der
Ungleichheit unter den Menschen"
Es wird Zeit, dass ein Mensch auf den Gedanken kommt zu sagen: „Diese Welt gehört
uns allen.“ Und der genug Leute findet, die das genauso sehen und dafür eintreten, dass
dies Wirklichkeit wird.
Bodenfrage
Die Bodenfrage ist wichtig geworden, nicht erst durch das aktuelle
Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Grundsteuer, sondern schon vorher in
Fachzeitschriften und selbst in der bürgerlichen FAZ liest man Dinge die an 1968
erinnern!
Bild 11 Hans Jochen Vogel
Der Bodenpreis in München stieg von 1950 bis 1972 um 352% Und von 1972 bis heute
um 36 000 % sagte Hans-Jochen Vogel, u.a. ehemaliger Bürgermeister von München
(und Berlin) in dem Film „The property drama“
„Die Tatsache, dass der Grund und Boden unvermehrbar und unentbehrlich ist, verbietet
es, seine Nutzung dem unübersehbaren Spiel der Kräfte und dem Belieben des
Einzelnen vollständig zu überlassen.“ urteilte das Bundesverfassungsgericht 1967
Bild 12 Franz Josef Strauß
„Die Grundstückpreise steigen in einem Maße, dass es nicht zu verantworten ist, diese
Gewinne unversteuert in die Taschen weniger fließen zu lassen.“
meinte Franz Josef Strauß (ehemaliger Ministerpräsident in Bayern) 1970
All das stand in der FAZ !
aus: Niklas Maak, „Leben im Aktenordner“ FAZ vom 16.04.2018
6
Jubel
Jubeljahre?
Bild 13 Jubel (google Bildersuche Jubel: Fussballbilder)
im 3. Buch Mose 25,8 ff. formuliertes Gesetz nach dem alle 49 („siebenmal sieben“
Jahre) ein Jahr von den Juden als Jubeljahr zu feiern ist, in dem Schulden erlassen,
Sklaven freigelassen und verpachteter Grundbesitz wieder an den vorherigen Besitzer
zurückgegeben werden sollen.
Grundsteuer als zeitlich befristetes Nutzungsentgelt für Boden statt Eigentum.
Ein Privileg, das immer wieder neu erworben werden muß, immer wieder zu
erwerbendes Anspruch.
Sozialismus frei nach Goethe sozusagen:
„Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen“
Hoffnung
Gemeinschaft
Bild 14 Hoffnung ausgraben
Bild 14 a Hoffnung
Wenn die Gemeinschaft gemeinsam schafft,
entsteht Hoffnung.
Gemein schafft zusammen,
Zusammenarbeit,
Kollaboration, Genossenschaft, Eidgenossenschaft:
als neue Formen der organisierten Zeitgenossenschaft ?
Thesen oder PRO Thesen
als Hilfsmittel für die Organistion des Öffentlichen und seines Raumes
(Bild 15 Gerüste von Kolhaas Berlin)
Gerüste
gerüstet sein
nicht entrüstet sein
pro-bieren, versuchen,
unvorhergesehenes geschehen lassen,
an (noch nicht) vorhandenem Ort
am Noch-nicht-Ort, a-topos,
Utopie
(Bild 16 Ausfahrt freihalten
Experiment,
Expeditionen in und durch den Alltag hindurch
Bild 16a Freifahrt aushalten)
Komplexität aushalten
Diversität aushalten
Unfertiges, Ungefähres
Gleichzeitikeit des Ungleichtzeitigen
7
zulassen
Luft lassen für Zukünftiges
weiße Flecken,
finden, herstellen, schaffen
freischaufeln, freihalten
Neue Wege
Stadtluft macht Frei
Bild 17 Bulle
Freiheitsprivileg, 1184 Friedrich I. Barbarossa, Goldbulle
Der Ausspruch „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“ umschreibt einen
Rechtsgrundsatz des Mittelalters nachdem ein inder Stadt wohnender Unfreier nach
einem Jahr und einem Tag nicht merh von seinem Grundherren zurückgefordert werden
konnte. (1231/32) zugunsten der Fürsten aufgegeben.
Sehen und gesehen werden 1
Videoüberwachung
Bild 18 Überwachungskamera Bahnhof
Mannheim möchte eine intelligente Videoüberwachung einführen. Eine Software erkennt
und prüft bestimmte auffällige Bewegungsmuster, wie Gruppenbildung, wegrennen,
hinfallen - typische Bewegungsmuster, wie sie zu jedem Räuber- und Gendarmspiel
gehören, oder auch mal passieren, wenn man die Straßenbahn noch erwischen will,
oder was ist, wenn man vor Freude über die Freiheit in der Stadt jubeln und tanzen will?
Bild 18a unterwegstheater
So wie das Heidelberger unterwegstheater
mit Tanz im öffentlichen Raum?
Bild 18b Überwachungskamera
Ab heute wird zurückgeschaut/nachgeschaut:
Überwachung der Überwachung durch Bidlder von Kameras ins Netz stellen
Sehen und gesehen werden 2
Freizeit
Bild 19 Flaneur
Flaneur
Zum Flaneur notierte Walter Benjamin: «Um 1840 gehörte es vorübergehend zum guten
Ton, Schildkröten in den Passagen spazieren zu führen. Der Flaneur ließ sich gern sein
Tempo von ihnen vorschreiben. Wäre es nach ihm gegangen, so hätte der Fortschritt
diesen pas (Schritt) lernen müssen.
Situationisten
Ein Beispiel aus der Kunstgeschichte sind die Situationisten mit ihrer Methode des
Umherschweifens (Derrivér) im Gegensatz zum heutigen zielgerichteten Joggen zur
Erhaltung der persönlichen Marktverwendungsfähigkeit
Stadtbummel:
Bild 19a Times Square Bsp.: New York Times Artikel von einem Fußgänger der am
Times square stehen blieb, sich staunend freute an der Pracht der Fassaden und
verhaftet wurde, weil er durch sein Stehen und Staunen störte . . .
8
faciamo un corso
Bild 19b Corso
in Italien, wo in manchen Städten die Hauptstrassen gegen Abend gespert werden,
damit die Bürger flanieren können.
über Gefahren:
Die Autogerechte Stadt
Bild 20 Ludwigshafen Postkarte
Fahren und gefahren werden
und weitere Gefahren am Beispiel Ludwigshafen
Gefahren die nicht nur im fahren oder überfahren, sondern auch im überfahren der
Gefahren liegen und uns dadurch ganz neue Gefahren erfahren lassen:
Dass nämlich die Hochstraßen die zur Verminderung der Gefahren des Straßenverkehrs
hoch über den Fußgängern gebaut wurden nun aufgrund ihres Alters und der damit
einhergehenden Betonermüdung zur Gefahr für die Fußgänger werden, weil da Teile
herabfallen könnten und diese die Fußgänger im freien Fall von den Gefährdungen des
Straßenverkehrs befreien könnten - leider unter sehr gefährlicher Einschränkung der
Lebensqualität
Bild 21 Bild Planung
Aber jetzt wird alles besser
und ungefährlicher und vielleicht auch ein bisschen langweiliger weil austauschbarer.
Ludwigshafen baut Hochstraße zurück in einen Boulevard,
Als eine befreundete Stadtforscherin aus München das erste Mal in Ludwigshafen war,
ist sie vor Freude über diese einmalige Stadtarchitektur richgtig ausgeflippt . . .
Ob der Boulevard des 19 Jh. Künftige Stadtbesucher genauso begeistern wird ?
Menschengerechte Stadt, Artgerechte Stadt
für Menschen, Tiere, Pflanzen,
Bild 22 essbare Stadt
incredible edible
zwei Frauen haben eine inzwischen weltweite Bewegung gegründet in
Todmorden England.
Nach und nach, in über 20 Jahre, haben sie mit den unterschiedlichsten Bürgern von
Todmorden erreicht, dass alle öffentliche Grünflächen mit essbaren Pflanzen bepflanzt
wurden. Nun pflegen Polizisten, Kindergärten, Anwohnende die Gärten, jeder darf
ernten. Die ganze Stadt ist essbar. Mittlerweile ist eine weltweite Bewegung aus zarten
Anfängen entstanden.
Eine ähnliche Bewegung gibt es auch in Andernach am Rhein, dort wurde sie allerdings
vom städtischen Grünflächenamt initiiert. Das musste dann auch nachwiesen dass die
Kosten für die essbaren Pflanzen im behördlichen Kostenrahmen bleiben.
9
Stadt für Alle
Bild 23 Stadtverwaldung Beuys, 7000 Eichen
Kunst für Alle
Raum für Alle statt Volk ohne Raum
Raum für Interaktion, Aktion, Agitation,
Raum für Intervention,
so wie Beuys mit seiner Aktion Stadtverwaldung
zur Dokumenta7, 1982 in Kassel,
7000 Basaltblöcke und 7000 Eichen mit vielen Helfern über mehrere Jahre
ins Stadtgebiet von Kassel verpflanzt,
eine soziale Plastik
als ökologische Intervention
zur Verbesserung des urbanen Stadtraumes
vor 35 Jahren . . .
Privatisierung des ÖR
Kommerzialisierung des öffentlichen Raums
Bild 24 Mannheim Q6/7
Schön und angenehm. Oder?
Da baut der private Bauherr auch noch ein Dach über den öffentlichen Durchgang (den
man früher mal als Straße erkannt und bezeichnet hätte.
ZITAT: BID
Ein Business Improvement District (BID)
(auch Innovationsbereich, Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG),
Innerstädtische Geschäftsquartiere (INGE), Partnerschaften zur Attraktivierung von
City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen (PACT)) ist ein räumlich klar umrissener
Bereich, in denen die Grundeigentümer und Gewerbetreibenden gemeinsam versuchen
sollen, die Standortqualität durch Maßnahmen zu verbessern, die aus dem Aufkommen
einer selbst auferlegten und zeitlich befristet erhobenen Abgabe finanziert werden.“
Durch das Gesetz zur Stärkung der Quartiersentwicklung durch Privatinitiative ist das
seit dem seit 1. Januar 2015 auch in Mannheim möglich.
Ob dies hier rechtlich so gestaltet wurde ist nicht bekannt. Faktisch erfüllt es aber schon
die neuen, netten Kriterien privatwirtschaftlicher Stadtentwicklung.
PPP Private public partnership
Bild 25 Rathaus Eisenach
Sparkasse baut, finanziert, vermietet und nutzt das Rathaus gemeinschaftlich mit dem,
was man in einem Rathaus sonst auch noch so vermutet: der Stadtverwaltung
Bild 26 Stadthaus Mannheim
Das gibt es auch als Stadthaus mit vielfältigem Nutzungsmix
10
Der öffentliche Bauherr lässt bauen
Der private Erbauer darf bauen
und darf dann an den öffentlichen Nutzer vermieten
und der darf dann gegen Entgelt „sein“ öffentliches Privatgebäude“ nutzen
und ganz allgemein:
bezahlen darf jeder . . .
Inszenierung des ÖR
3 Bilder 27, Düsseldorf Thekenstrasse Rheinufer
Düsseldorf: Rheinuferbebauung
Ursprünglich ein öffentlicher Verkehrsraum/Strassenraum
der mit viel Geld zum öffentlichen Flanierraum umgebaut wurde und sich dann zum
privatrechtlich betriebenen Verzehrraum auswuchs
Es gibt wonnige Jazzfeste, schillernde Schillerfeste, herbstliche Altstadtfeste, gelungene
Freilufttheatertage und ganz viele weitere events im öffentlihen Raum die zwar öffentlich
aber nicht frei zugänglich sind, zumindest dann nicht wenn man kein Geld hat oder
vielleicht auch nur so aussieht als wenn man keines hätte . .
Ie zum Beispiel unser ehemaliger Hochschullehrer, ein auf Lebenszeit verbeamteter
Architekturprofessor,der in Nizza von der Polizei abgeführt wurde, weil man ihn
aufgrund seines sehr nachlässigen Kleidungsstils, des Herumlungerns, bzw
Vagabundierens verdächtigte . . .
Kapitalisierung
von öffentlichem Raum und Leben
Citymanagement, Stadtmarketing und weiche Standortfaktoren
Bild 28 Hüpfburg für alle
Bild 28a Marktplatz Schirme die den Platz fressen
Bild 28b Fallensteller die Aufsteller in den Weg stellen
Bei den weichen Standortfakoren handelt es sich um die dort in den harten
Standortfaktoren leben, handeln, arbeiten und noch so einige interessante Sachen
machen, . . .
Und dafür auch Raum brauchen:
privaten Raum, öffentlichen Raum und Raum dazwischen . . .
öffentlicher Innenraum
Bild 29 Neubau Kunsthalle Mannheim
Museen, Bäder, Parks, Theater sind öffentliche Räume, mit öffentlichen (gemeinschafts)
Mitteln gebaut und die Allgemeinheit zahlt mehrmals mit Steuern für Bau und Unterhalt
und Subvention und mit Eintritt
Digitaler Raum
Von Facebook zu Real Space:
Bild 30 Mittelzimmer
Öffentlicher Raum im Internet
11
Sie sehen auf dem Bild einen fast leeren Raum. Ein Zimmer, das man dazu benutzen
könnte sich zu treffen und an dessen leeren Wänden man auch Nachrichten und Bilder
aufhängen könnte.
Würden sie in einem solchen Raum, der zwar vermeintlich frei ist, zu dem sie aber nicht
den Schlüssel haben, weil er jemand anderem gehört, Dinge die ihnen wertvoll oder
wichtig sind hinterlassen?
Nicht wirklich. Oder? Aber im virtuellen Raum schon! Da lassen sie all ihre Daten, ihre
Kommunikation, ihre soziale Interaktion, das was Sie in der Gesellschaft oder in der
„Öffentlichkeit“ ausmacht in dem privaten Wohnzimmer eines süßen, amerikanischen
Herrens zurück und der bestimmt dann darüber, wer da rein darf und wer was daraus
machen darf . . .
Warum werden oder bleiben sie nicht Herr über ihre eigene Kommunikation?
Warum machen sie kein eigenes Wohnzimmer im Internet auf, wo man sie besuchen
kann? Wo sie bestimmen, wer reindarf und wer was anschauen darf. Oder sie laden in
ihr Wohnzimmer ein? Oder falls das alles zu direkt ist, vielleicht ein Zwischenschritt:
Stuhl vor die Tür stellen und mit den Leuten schwätzen die vorbeikommen . . . ?
Analoges Facebook sozusagen, klingt altmodisch ist aber wie ein gutes selbstgebackenes
Brot: ohne gefährliche Zusatzstoffe.
AR
Augemented Reality
Sie erinnern sich noch an die Pokémon Go Sucher, die im Stadtraum Gestalten fanden
die es da gar nicht gab? Nun wird ein anderer Hund durchs globale Dorf gejagt
Bild 31 Ballonhund
Jeff Koons Skulptur
des bekannten Luftballondackels im Central Park in New Yok wurde mit Graffitti bemalt
Man sieht die Skulptur allerdings nicht wirklich im Central Park, sondern nur mit
Snapchat. Der Künstler hat sich mit dieser Plattform zusammengetan um den virtuellen
Hund per GPS Daten dort aufzustellen.
Das heißt ein privates Unternehmen benutzt aufgrund seiner Datenmacht das Abbild des
realen Raums im virtuellen Raum um dort eigene Inhalte zu präsentieren, ohne
Genehmigung, ohne Entgelt, ohne Leistungen für die Algemeinheit, aber privatrechtlich
zur Erzielung von Gewinn durch Aufmerksamkeit.
Allerdings:
Einen Tag später wurde die Koons Figur von Sebastián Errázuriz beschmiert. Er hatte
den bunten Hund am Computer nachgebaut, mit Graffitti versehen und an der gleichen
Stelle hochgeladen . . .
Robert Kaltenbrunner FR.12.02.2018, Holt euch die Stadt zurück
Bild 32 Tahir Platz
Digitale Möglichkeiten spielen eine große Rolle,
aber:
„Wo es ernst wird reicht das Netz nicht aus“
Tahrir Platz in Kairo, Gezi Viertel in Istanbul, Stuttgart 21, entfalten ihre (auch mediale)
Kraft durch physische Präsenz am realen ORT
12
outsourcing von privaten Funktionen in ÖR
Bild 33 Müll, Sperrmüll,
Bild 33a Baumscheibengärten
Bild 35 Parkplatz Neumarkt
Anhänger –privater Abstellraum
Auto – privater Aufenthalts- und Bewegungsraum
2 x 5 x 1,5 m = 15 m³ Privatraum
Habe ich Geld für Auto darf ich diesen Teil des ÖR für mobilen Privatraum nutzen.
Habe ich kein Geld für Auto kann ich mobile (Raum)fahrzeuge nicht nutzen.
Habe ich kein Geld – welcher Raum bleibt dann für Bewegung
und für DA sein?
Strukturen und Oberflächen des ÖR
Infrastruktur
Bild 36 Infrastruktur, Elektro,
Bild 37 Mülleimer,
Bild 38 Objekte Stromkästen, Schilder, Pöller,
Bild 39 Oberflächen
Schnittflächen
Bilder von der Oberfläche des öffentlichen Raumes
Neues entsteht aus Möglichkeiten,
dort wo auch Scheitern möglich (und nicht zu teuer) ist
Bild 40 Nochnicht
z.B. im Niemandsland
das niemandem gehört
das nichts und niemanden repräsentiert
keine Macht, kein Besitz, (noch) keine Ordnung
dort ist das Ungefähre, unbestimmte, Unbeständge möglich
Interventionen als Improvisation, Provisorium,
Bild 40a Trampelpfade
Hartmut Häußermann, ein Sozialoge schreibt dazu:
„Urbanität (ist) nicht das Ergebnis einer bewußten planerischen Entscheidung, sondern
das Ergebnis einer Entwicklung, an der eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure,
Interessen und Initiativen beteiligt sind. In diesem vielschichtigen Prozess entsteht,
wenn es gut geht, ein urbaner Ort. Planung behindert solche Prozesse eher, als dass sie
diese befördert.“
Beispiele aus der Landschaftsarchitektur
Samen von Wildblumenpflanzen verstreuen (le Roy)
oder Wege nach Gebrauch der Nutzer entstehen lassen
13
„Die Arbeit an der Philosophie ist -
wie vielfach die Arbeit an der
Architektur
Eigentlich die Arbeit an einem Selbst!
An der eigenen Auffassung;
Daran wie man die Dinge sieht!
(und was man von ihnen verlangt)“
Zitat des bauenden Philosophen und Lehrers
Ludwig Wittgenstein 1931
PLATZGESTALTUNG
BILD 41 Neuer Messplatz
PLÄTZE FRÜHER
Laut Cicero war der Stadtplatz „der Ort an dem sich die zusammengelaufene
Stadtgesellschaft zur politischen Einheit zusammenredet und zusammenrauft.”
(H. Coubier: „Europäische Stadtplätze” S. 8 ff)
STASSERA IN PIAZZA
In Italien ist der Platz als Bühne, um sich zu zeigen, der Platz als Corso, als Laufsteg,
vorwiegend im Mittelmeerraum. Im Norden wurden Plätze eher als Wohnzimmer ohne
Decke aufgefasst, (Bild Grand Place Brüssel 42), oder sie dienten als System von
Plätzen zur Repräsentation und Kontrolle. (z.B. Hausmann in Paris)
PLÄTZE HEUTE
Im Zeitalter des massenhaften, so genannten Individualverkehrs haben die meisten
Plätze bestenfalls noch eine Funktion als Verkehrsverteiler. Als Orte der Kommunikation
sind sie nicht mehr benutzbar. Es gibt ja auch keine zwingende Notwendigkeit mehr
dafür, da durch die Massenmedien das Informationsbedürfnis übererfüllt wird und
niemand mehr vor die Haustür muß, um sich zu unterhalten, oder zu informieren.
Man benutzt die Stadtplätze heute entweder als denkmalgeschützte Science Fiction (Bild
43 Frankfurter Römer, als ästhetische Spielflächen (Bild Worms 44, Dom, Heylshofpark),
oder man bewahrt auf ihnen eine nostalgische Verteilerfunktion als Markt (45 Marktplatz
Mannheim, Weihnachts- Bauern- Frühjahr-, Herbst-, Winter- Sonstwasmärkte)
Zitat Dehio
46 Stadtschloss Berlin
„Verlieren würden wir das Echte und gewinnen die Imitation; verlieren das historisch
Gewordene und gewinnen das zeitlos Willkürliche; verlieren die Ruine und gewinnen ein
Ding, das weder alt noch neu ist, eine tote akademische Abstraktion.“
(schrieb Georg Dehio, 1901 gegen den Wiederaufbau des Heidelberger Schlosses)
Stadtschloss Berlin
ein öffentlicher Innen-, Aussen- und Zwischenraum
nicht nur überall dazwischen, sondern jedesmal auch noch voll daneben.
Die Fassade eines Feudalsystems aus dem 18. Jahrhundert für Ausstellungsstücke aus
der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts für einen Städtebau des 20. Jahrhunderts im 21.
Jahrhundert von einer privaten Stiftung mit öffentlichen Geldern der Öffentlichkeit
gestiftet . . .
na Danke!
14
Öffnungen aus dem ÖR
47 Bilder von Zugängen, Ausgängen, Fenstern
Öffungen des öffentlichen Raumes
Nach aussen? Was ja dann drinnen in den Häusen ist
Nach innen? Was ja dann draussen im Freien ist
Oder Nach ganz woanders hin?
Weder drinnen noch draussen.
In fremde Welten mit unbekannten Zivilsationen?
Die Weite der Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit
48 Bilder von runden und eckigen Bodenöffnungen
Wie man an diesen Bildern erkennen kann, muss es ausserhalb des öffentlichen
Raumes, oder vielmehr unterhalb des öffentlichen Raumes eine weitere, weite
Zivilisation geben. Anders sind diese vielen Öffnungen im Boden des öffentlichen
Raumes ja auch nicht zu erklären. Nach ersten Forschungen zu dieser noch
unbekannten, unterirdischen Welt des öffentlichen Raumes, muß man entsprechend den
Zugangsformaten der Ein- bzw. Ausgänge von mindestens 2 unterschiedlichen
Lebensformen ausgehen:
den Roundis, die sich in den vornehmlich runden Öffnungen und Räumen aufhalten
und den Rectangloiden, den mehr dem rechten Winkel anhängenden
Hundertwasserhassern.
Bilder von anderen Handlungen in Räumen des Öffentlichen
Man kann auch ganz anders im öffentlichen Raum handeln:
Bild 49: Christo: eine heimlich, nachts mit Fässern versperrte Gasse in Paris,
eine seiner ersten öfffentlichen Aktionen als Aktionskünstler
Bild 50: Brücke: eine der ersten Großverpackungen
Bild 51: Florida: da wurden ganze Inseln nett in rosa verpackt
Bild 52 Eliasson: grünes Wasser, bei Olafur Eliasson wird der öffentlcihe Wasserraum
nicht verpackt, er bekommt eine andere Farbe
Bild 53 Wasserfall: oder eine andere Form
Bild 54 Rahmenbau in Kassel
Die Architekten- und Künstlergruppe Haus-Rucker-Co gibt der weiten, freien,
öffentlichen Landschaft einen Rahmen oder
Bild 55 eine Oase bekommt ihr eigenes Weltinnenklima.
Zitat Schinkel
„Überall ist man nur da wahrhaft lebendig,
wo man etwas Neues schafft;
überall, wo man sich ganz sicher fühlt,
hat der Zustand schon etwas Verdächtiges,
denn da weiss man etwas gewiss, also etwas was schon da ist,
wird nur gehandhabt, wird wiederholt angewendet.
Dies ist schon eine halbtote Lebendigkeit.
15
Überall da, wo man ungewiss ist, aber den Drang und die Ahnung hat
zu und von etwas Schönem, welches dargestellt werden muss,
da wo man also sucht, da ist man wahrhaft lebendig.“
Karl Friedrich Schinkel 1781-1841
Bilder von Handlungen im Raum des Öffentlichen
von illig & illig
Luminale in Frankfurt 56
Horde Jugendliche definieren Raum in der Öffentlichkeit 57
Mokka 58
Platzhalter Gipsfüße
Kunstrasenberge in der Stadt 59
Atmeraktion in vesch. Städten 60
Gerüchteküche in Mannheim 61
Frankfurt urban signs 62
Gedeckter Tisch auf der Verkehrsinsel bei Blochzentrum63
Poesie poetisches Gemurel im Stadtraum 64
Aneignung des öffentlichen Raumes
Beton, es kommt drauf an was man draus macht
Bild 65 Werbeanzeige
Aneignungen nicht nur durch betonieren
sondern auch durch:
Betreten, Befahren, Besitzen
Benutzen, Nutzen
Zeitlich,
dauerhaft, vorübergehend,
kurzfristig, spontan,
rechtlich, hoheitlich, privat
legal, illegal
neutral
ausschließlich, abweisend
einladend
at hand?
zur Hand haben, verfügen,
vermögen
“Cities are places where powerless get to make a power, a culture and a living” die
moderne Übersetzung von Stadtluft macht frei nach R. Sennett in: Bulding and
Dwelling, Ethics for the City / re: public
Städte sind Orte für machtlose, wo sie Macht, kultur und Lebensunterhalt finden können
Raum für Menschen
16
Dies ist IHR Raum
Bild 66 Erdkugel
Öffentlicher Raum ist mehr als Länge x Breite x Höhe
Oder gar die nicht bebauten Restflächen der Stadt, die niemandem gehören
und die sozusagen ohne Macht sind, weil keiner was damit macht.
Dies ist ihr Raum.
Dies ist unser Raum.
Der ist nicht selbstverständlich.
Der beleibt nicht selbstverständlich.
Der geht unter, wenn wir ihn nicht wahr – nehmen.
Wahr – nehmung des öffentlichen Raumes
Nehmen sie den Raum wahr. (Bsp.: Watzlawick, „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“)
Das ist die Wirklichkeit.
Das ist ihre Wirklichkeit.
Das ist unsere wirkliche Welt.
Hierist wirkliche Wikung möglich
Das ist der Raum ihres, unseres Lebens im Raum des Öffentlichen.
Das ist ihr Raum um zusammen mit anderen zu handeln.
Anderes anders zu behandeln, so dass daraus Gemeinschaft entstehen kann,
die dann wirkliche Heimat wird. (Bloch)
Anfangen:
Bild 67 Sprühköpfe
„Weil jeder Mensch aufgrund des Geborenseins ein initium, ein Anfang und
Neuankömmling in der Welt ist, können Menschen Initiative ergreifen, Anfänger werden
und Neues in Bewegung setzen.“
Hanah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, Piper TB 217, 1981, 215f.
Machen Sie erste Schritte zu einem besseren Leben im Raum des Öffentlichen:
erobern sie sich ihre „privaten öffentlichen“ Räume:
Gehen Sie vor die Tür.
Stellen sie einen Stuhl vor die Tür.
Reden Sie mit den Leuten in der Nachbarschaft.
Oder wagen sie das ganz große Abenteuer:
beteiligen sie sich an den poltischen Entscheidungsprozessen
17
Handlungsräume - Konkrete Utopien
Bild 68 Neckarbrücke
z. B. eine Veranstaltungshalle unter der Neckarbrücke
Bild 69 Neckar unter der Brücke
Oder eine Schwimmhalle mit Gegenstromanlage Schwimmhalle im Neckar unter Brücke
Bild 70 Flussbett Neckar
Was geschieh wenn allle Leute aus der Neckarstadt ihr Bett nehmen und zum Neckar
gehen. Dort entsteht dann „Flußbett“, ein riesiges Schlafzimmer im Freien . . .
Tun sie was.
Da geht was - mehr als man denkt: . . .
GesellschaftsGestaltungsgeräte
Bild 71 Hickelkasten
Kennen Sie das noch?
Hickelkasten, Hüpfspiel, Paradiesspiel
Oder auch Himmel und Hölle genannt
Es wird überall auf der Welt gespielt
Wenn man heute Kindern Kreide in die Hand gibt mit der Aufforderung etwas zu malen,
sind die zunächst sehr verunsichert. „Darf man das ?“
Ja das darf man.
Es geht ja wieder weg.
Genauso wie die Rußwolke oder die Bremsspur eines Autos
Nicht Kreide fressen, Kreide nutzen
Kreide für alle für einen Raum für alle
Be-zeichnen sie ihren Raum
Es gibt auch ganz konkrete Handlungen.
Erste kleine Schritte auf dem Weg zu großen Veränderungen
Bilder: My space 72
Mein Kaugummi von vor 5 Jahren 73
Parkplatzbilder 74ff
Kein Hundeklo
No Parking
Doch parking
lebe
GesellschaftsGestaltungsGeräte
Ge
Ge
Ge
Geh
Kreide to go statt coffee to go
18
Heimat
75 Text als Schlussbild
"Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor
Erschaffung der Welt, als einer rechten.
Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst
anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel
fassen.
Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten
umbildende und überholende Mensch.
Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer
Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint
und worin noch niemand war: Heimat."
Ernst Bloch, Prinzip Hoffnung
Das Prinzip Hoffnung ist das Hauptwerk des deutschen Philosophen Ernst Bloch (1885–
1977). Geschrieben wurde es zwischen 1938 und 1947 im US-amerikanischen Exil.
Ursprünglich sollte es The dreams of a better life heißen
Eine Utopie,
die in einer vermeintlich alternativlosen Zeit
der Sachzwänge so nötig ist . . .
Seien wir realistisch:
Eine andere Welt ist immer möglich.
Geh . . .