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Szene

Interaktionsstruktur
gefangen im System

 

 



 

 

Die SZENE
eine Szene machen“ etwas hervorheben, herausheben, allein gestellt sein

 

Es war eine Szene der Weltgeschichte, als Luther hier vor Kaiser und Reich seine Entscheidung traf. Und so kommen auch viele hierher um am historischen Ort diesen konstituierenden Moment der Freiheit des einzelnen Christenmenschen aufzuspüren.

Wie soll man das deutlich machen?
Was kann man Ihnen bieten, wenn alle baulichen Zeugnisse zerstört sind? Ein Nachbau des Bischofssitzes? Ein Duplikat des Lutherdenkmals mit Kaiser und Luther in Überlebensgröße? Das wäre Restauration – mithin das Gegenteil von Reformation. Die heroische Luther-Darstellung des 19. Jahrhunderts entspricht auch nicht mehr unseren heutigen Deutungen.

Diesen ganz speziellen Zeitpunkt in der heutigen Zeit der Selbstinszenierung auch Menschen zu vermitteln die keine, oder nur wenig Kenntnis der abendländischen Geschichte haben, ist ein Angebot, das durch die gitterförmige Rauminstallation „Szene“ geschaffen wurde.

Ein Würfel aus Gitterstäben als temporäre künstlerische Installation schafft eine Bühnensituation, in dem sich ein Kläger und ein Angeklagter gegenüber stehen. Verbunden in einem gemeinsamen System, einem räumlichen Rahmen, kann man die Rolle von Luther oder die des Anklägers einnehmen. Die Raumrichtungen, quer und längs, trennen die beiden Rollen klar voneinander, beide sind jedoch im gemeinsamen Konstruktionsgerüst wie in einem Käfig, gebunden. Allein gestellt und Hervorgehoben in einer besonderen Situation, in der jeder der Beteiligten an seinem Ort (und in seiner Rolle) gleichsam gefangen ist.