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Reformationsreform

eine andere Welt ist immer möglich

 

Transformation der Reformation oder:
"Was würden die Leute auf dem Lutherdenkmal heute sagen?"

partizipative Kunstaktion im öffentlichen Raum mit Jugendlichen der VHS Worms,
Dienstag, 08. Mai und Samstag, 12. Mai und ein zusätzlicher Termin im Sommer
14.30 - 20.00 vor dem Lutherdenkmal in Worms

 

 

 

Dabei haben jugendliche Teilnehmer einer vom ESF geförderten Bildungsmaßnahme der VHS zusammen mit dem Atelier eye-D-ear aus Holz, Stoff und Nadelfilz eine abstrakte Form des Lutherdenkmals realisiert. Aus Anlass des diesjährigen Kultursommerthemas " Rebellen, Reformer und Revolutionäre" wurde dieses Projekt als Kunstbeitrag der Stadt Worms ausgewählt und von Kulturkoordinator V. Gallé unterstützt.

"Hier stehe ich . . . es geht auch anders "

Dies ist der Ausgangspunkt einer Performance, welche die historischen Figuren des Wormser Lutherdenkmals aufnimmt und in die heutige Zeit bringt. Dabei werden einzelnen Teilnehmer ihr historisches Vorbild kurz vorstellen, anschließend sich selbst und dann die aktuelle Entsprechung dieser Person. Dazu steigt Luther von seinem Sockel und befragt die einzelnen Personen.

Aus der protestierenden Speyer wird Naomi Klein, die Autorin von No Logo, die Trauernde Magdeburg wird zur Mrs. Smith, der Witwe eines New Yorker Feuerwehrmannes und die friedvolle Augsburg findet ihre zeitgemäße Entsprechung in der afrikanischen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai.

Welche Gewissensentscheidung hätte Luther heute zu treffen? Gegen wen müsste er sich verteidigen? Wer wären seine Unterstützer? Auf welche Vorgänger könnte er sich berufen? Zu diesen Fragen und Möglichkeiten können auch Passanten und Zuschauer Stellung nehmen und ihren persönlichen Beitrag in die Situation hineingeben.

Dienstag 08. Mai und Samstag 12. Mai 14.30 Uhr, 17.00 Uhr und 19.30

Eine Veranstaltung des Kultursommers in Worms in Zusammenarbeit mit Kulturkoordinator Volker Gallè und der AG Geist der Freiheit.

 

foto: uwe baatsch-glaser/www.raumnachplan.de

 

 

 

foto: philipp pöhlert-brackrock/Musiker, Publizist und cocktailpädagoge

 

 

foto: ulrike schäfer/redaktion@wormser-wochenblatt.de

 

 

 

Kurzer Handlungsablauf

Luther stellt sein historisches Gegenüber vorstellen, indem er Teile der historischen Vereidigungsrede verliest. Dann wird er darauf hinweisen, dass auch eine andere Welt möglich ist und kurz auf diese anderen Möglichkeiten eingehen, vom Sockel steigen und zunächst seine 4 Vorgänger(Figuren für das Gestern/ seine Vorgänger) die zu seinen Füßen auf dem Sockel sitzen, interviewen

Savonarola den leidenschaftlichen italienischen Freiheitskämpfe,
heute möglicherweise Martin Luther King
Petrus Waldus , Begründer des Armutsordens der Waldenser
(heute: Attac-Mitarbeiter )
John Wycliff , geistiger Vorläufer der Reformation
(heute: James Tobin )
Jan Hus, Reformator auf dem Konzil von Konstanz verbrannt
(heute: Vaclav Havel )

Dann kommen die stehenden Figuren (für Luthers Heute/ seine Zeitgenossen)

Friedrich der Weisen , Kurfürst von Sachsen, Beschützer Luthers;
heute Uno Generalsekretär Kofi Anan , der vielleicht seine schützende Hand über Luther gehalten hätte
Philipp der Großmütige : Landgraf von Hessen, Förderer der Reformation und einer der Führer des schmalkadischen Bundes,
heute durch Nelson Mandela verkörpert, den Führer der südafrikanischen Befreiungsbewegung
Johann Reuchlin : Professor und Humanist, kämpfte gegen Missstände seiner Zeit, heute vielleicht Al Gore , ehemaliger US Vizepräsident, erfolgreicher Umweltaktivist
Philipp Melanchthon : Humanist und Theologe, Mitarbeiter und Freund Martin Luthers, heute möglicherweise Hans Küng , ehemaliger katholischer Theologe

Schliesslich kommt Luther zu den 3 allegorischen Frauenfiguren (Morgen/Folgen) die als Bilder für die Folgen der Reformation stehen. Diese 3 Frauenfiguren wird er etwas ausführlicher zu ihrem historischen Vorbild und zur Person, die für eine mögliche andere Folge stehen könnte, befragen

Friedvolle Augsburg : Als Bild für den Augsburger Religionsfrieden von 1555
nun als Wangari Muta Maathai dargestellt, Friedensnobelpreisträgerin 2004, kenianische Umwelt- und Frauenaktivistin
Protestierende Speyer : Als Bild für den Reichstag von Speyer auf dem die Evangelischen gegen das Verbot des Reichstag protestierten - daher die Bez. Protestanten, nun als Naomi Klein dargestellt, die kanadische Schriftstellerin, die mit ihrem Buch No Logo die Bibel der Globalisierungsgegner schuf
Trauernde Magdeburg: Als Bild für die Zerstörung der Stadt im 30 -jährigen Krieg, nun dargestellt als Trauernde New York, Witwe eines New Yorker Feuerwehrmannes, der durch den fundamentalistischen Terroranschlag auf das World Trade Center starb.

Re-formation:

Etwas neu formieren. Etwas Neues schaffen. Etwas in eine neue Form bringen. Dies sind r Arbeiten die sich nicht nur auf künstlerische Menschen und ihre Produkte beschränken, sondern ein permanenter gesellschaftlicher Prozess. Diesen Prozess als einen positiven, erstrebenswerten Handlungsraum aufzuzeigen war Anlaß der Aktion.