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Fluxus

Salonabend zur künstlerischen Reform

 

 

 

 

Fluxus oder die Reformation der künstlerischen Präsentation

Der 3. und letzte Salonabend im Rahmen des Kultursommerthemas
Rebellen, Reformer, Revolutionäre.

Fluxus oder wie bringe ich einem toten Hasen die Kunst bei ,

ist 500 Jahre nach Dürers Hasenzeichnung und 100 Jahre nach Duchamp und Dada immer noch eine Aktuelle Frage, die weit über die ästhetischen und ikonographischen Funktionen von Kunst hinausgeht und eine Stärkung des Individuums im sozialen, spirituellen, finanziellen und politischen Möglichkeitsraum ermöglicht.

Was ist, war und wollte Fluxus - und ist das alles schon erreicht?

sind einige der Fragen die wir an diesem Salonabend erörtern werden.
Zur Vorbereitung ist lediglich eine neugierige Offenheit auf Kunst und ihre Möglichkeiten nötig.

Salong Abend zum Thema Fluxus bei den BuntenKunstAgenten

Mittwoch 04.. Juli 2007 atelier eye-D-ear zeughausgasse 2, 67547 worms

 

 

 

 

 

 

 

Fluxus hat nicht nur dem Namen nach viel mit Fließen zu tun neben dem fließenden Beginn und einem fließenden Ende oder Weiterbestehen bedeutet es auch durchaus im Sinne einiger Protagonisten eine fließende Darmentleerung ganz im Gegensatz zu einer Belehrung

und genau hier beginnen auch schon die Ungenauigkeiten

es gab zwar ab 1962 den Begriff Fluxus

es gab auch den großen Protagonisten Maciunas

(Mr. Fluxus)

und sein Manifest - dieses wurde jedoch gar nicht allgemein anerkannt und nicht nur von Beuys korrigiert.

Die Frage war und ist auch, ob zu Fluxus nur die paar Leute gehören, die um 1960 herum bei John Cage in der Kompositionsklasse an der New School for social research saßen (vgl. Hannah Arendt)

oder ob schon jeder, der sich zu Beginn des 60 iger Jahre mit Performances beschäftigte, auch dazuzählt
und inwieweit Jonathan Meese der Erbe/Enkel von Beuys und Fluxus ist.

Und was macht der Hase dabei ?

Was machte Spoerri

Wer war Rainer Ruthenbeck?

Warum wurde Paik als lebendes Cello bekannt, bevor er DER Videokünstler war und warum spricht heute keiner mehr von Charlotte Moormann (der Cellistin und Fluxuskünstlerin, von Shigeko Kubota, der Lebensgefährtin von Paik und Videokünstlerin und Fluxuskünstlerin der ersten Stunde?)

und was ist mit Yoko ONO, die als verwöhnte Bankierstochter die Beatles auseinanderbrachte (so ihr Bild in der Presse)

die in der Kunstgeschichte in ihrer Bedeutung für Performance- und Konzeptkunst kaum erkannt und gewürdigt
und ohne die Fluxus auch kaum denkbar wäre?

Jeder Mensch ist ein Künstler

Die Umkehrung ist aber ebenso wichtig

Jeder Künstler ist ein Mensch

Da sind wir dann wieder bei Duchamp, der bezeichnete sich ja zum Ende seines Lebens lediglich als Respirateur (als Atmer)

Der Mensch lebt solange er atmet - der Künstler als Mensch muss zunächst auch mal atmen

und dann

ist alles was dann kommt schon Kunst -

oder keine Kunst?

Ist der Mensch als Künstler dann schon Künstler wenn er ganz Mensch ist ,

oder muss noch was hinzu

kommen

und wenn etwas dazukommen muss,

hat dies etwas mit Kreation

mit Schöpfung zu tun

muss aus dem Respirateur ein Transpirateur werden?

Dem toten Hasen die Kunst erklären -
Galerie Schmela Düsseldorf Beginn der 60 iger Jahre

Selbst einen toten Hasen kann man besser auf die Zusammenhänge des Lebens aufmerksam machen als einen marxistischen Studenten

(oder einen fundamentalistischen Christen, einen Vorstandschef der deutschen Bank,
den BDI Präsidenten/Gewerkschaftsführer . . .)

Grenzen aufbrechen

etwas fließen lassen

neue Bahnen suchen

Möglichkeiten schaffen

. . . und ergreifen

(Musil der Mann ohne Eigenschaften der so viel könnte, wenn er könnte

ist der potentielle Künstler den Beuys mit seinem Anspruch/Aufforderung/Zumutung (jeder ein Künstler) erwecken wollte

Just do it - heisst dies dann in der globalisierten, kommerzialisierten WELT

Oder frei nach Robert Filliou

Autrisme:

Was immer du tust

tue etwas anderes

was immer du denkst,

denke etwas anderes.