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Tr.An.S.Fer
Training zur Anwendung schöpferischer Fertigkeiten

 

für Gruppen, Institutionen, Unternehmen
nach konkretem Auftrag speziell entwickelte Trainingseinheiten
Dauer von 1,5 Stunden bis 3 Tagen für 5 - 500 Teilnehmer

 

             

 

Ermutigung zur Anwendung der eigenen Kreativität als Geisteshaltung und allgemeine Lebens- und Arbeitseinstellung mit konkreten Übungseinheiten.Dabei wird der künstlerische Arbeitsprozess von der Aufgabenstellung über Ideenfindung, Konzeption, Realisation und Präsentation als modellhafter Prozess in Organisationen eingesetzt. Die Teilnehmer lernen sich und ihre Kollegen in einer neuen Situation neu kennen und erfahren über die Anwendung schöpferischer Fertigkeiten hinaus persönlichkeitsbildende Zusatzqualifikationen. Der Transfer der erworbenen Fähigkeiten in die Realität der Teilnehmer erfolgt durch gemeinsam realisierte Projekte.

 

Die Rolle des Künstlers als Avantgarde, die Vorwegnahme künftiger Entwicklungen, bekommt eine ganz neue Bedeutung.  Gewohnt sich auf neuem, unsicheren Terrain zu bewegen und dort die Werte und Vorstellungswelten der Gesellschaft durch schöpferische Tätigkeit abzubilden, zu hinterfragen oder zu entwickeln, kann eine künstlerische Arbeitshaltung in Organisationen initiiert und realisiert werden, indem Teilnehmer zu Beginn einer Veranstaltung einen Künstlernamen annehmen, der die alte Existenz überdeckt und sie quasi unter dem Schutz der Maske des Künstlerpseudonyms Neues unter einem neuen Namen sehen und entwickeln können. 

 

Die Übungseinheiten können zunächst ganz einfache Kreativitäts- und Gestaltungsübungen sein, die sich dann zunehmend zu komplexeren Gestaltungsaufgaben entwickeln, jedoch keine spezielle künstlerische oder technische Fertigkeit erfordern und durch die direkte einfache Umsetzbarkeit schnell überprüfbare Ergebnisse fördern.  Etwas  aus Papier herstellen ohne darüber zu kommunizieren, zusammen etwas schaffen oder etwas finden und neu interpretieren sind zum Beispiel mögliche Ansatzpunkte für solche einfachen Aktionen.

 

Die Teilnehmer stehen vor einer neuen Aufgabe die sie bisher so noch nicht hatten und müssen Lösungen finden die sie noch nicht kennen, mit Mitteln die sie so noch nicht angewandt haben. Was wollen wir erreichen, wie geht das und wie kann das aussehen, kommuniziert und so präsentiert werden, dass Außenstehende es verstehen und nachvollziehen können? Einen abstrakten Begriff in einer Installation aus Naturmaterialien herstellen, oder die Verwandlung eines neutralen Raumes in einen gestalten Lebensraum, oder auch die Realisation einer Veranstaltung können den Rahmen für ein komplexeres Projekt geben. Ein solches Kunstprojekt ermöglicht neben den üblichen Erfahrungen von Gruppenprozessen, eben auch die gemeinsame Schaffung eines Bildes das über die Alltagserfahrungen hinausweist und gemeinsame Erinnerungsbilder in den Köpfen der Teilnehmer erzeugt, auf die sich gemeinsam besinnen können, wenn sie wieder in routinierten Aufgabenbereichen tätig sind. Durch dieses Erfahrungslernen wird die Wahrnehmungsfähigkeit geschult. Die Teilnehmer sehen bisher Vertrautes mit neuen Augen.

 

Der Wald sieht anders aus, wenn man ihn mit der Aufgabe durchstreift Material für eine künstlerische Installation zu finden. Neben Kreativität und Teamfähigkeit erfahren die Teilnehmer eine Erweiterung ihrer Problemlösungskompetenz, sowie eine Erhöhung der individuellen Gestaltungskraft und Prozessfreudigkeit. Es gibt zwar noch denjenigen der sagt was getan werfen soll, beispielsweise eine Kunstaktion oder eine Installation realisieren, aber wie sie das machen ist Sache der individuellen Künstler oder Gruppe.

 

In einem weitergehenden Prozess ist natürlich die Frage nach der Selbstorganisation wichtiger und dadurch zu realisieren, indem die Teilnehmer sich eigene Aufgaben stellen und auch eigene Kriterien für deren Erfüllung finden und anwenden. Die Frage der Selbstorganisation, des eigenen Selbstverständnisses, der Verantwortlichkeit für eigenes Handeln, auch die Bereitschaft sich einzulassen auf Neues, Ungewohntes, die Möglichkeit Neues zu erkennen, können so gestärkt werden, oder in manchen Fällen, auch zur Aggression führen, weil man niemanden hat auf den man sein „Versagen“ schieben kann den man verantwortlich machen kann,  außer einem Selbst.

 

Dieser Anspruch an die Souveränität des Einzelnen ist eine ungeheure Forderung,  die in der Kunst häufig ist,  in der Arbeitswelt jedoch noch entwickelt werden kann und die sogenannte „Angestellten- und Beamtenmentalität“ hin zu einem schöpferischen Tätigsein verändern könnte. Das Angebot reicht vom klassischen Zeichenkurs (z.B. in einer chemischen Anlage), über die Gestaltung der Pausen- oder  Arbeitsräume, bis zur Realisierung von Installationen, Performances und sozialen Plastiken (Aktionen, Feste, Demonstrationen), die wiederum direkt die kulturelle Identität der Gruppe, der Institution oder des Unternehmens stärken. Dazu wäre erforderlich, dass dieses Training nicht, oder nicht nur an idyllischen Orten außerhalb des Unternehmens stattfindet, sondern auch an gewohnten und ungewohnten Plätzen innerhalb der vertrauten Umwelt. Kreativität und die damit verbunden Künstlereigenschaften sind frei nach Beuys eben nicht nur etwas für das Atelier und den Künstler, sondern gerade etwas für jeden Einzelnen in seinen konkreten Lebenszusammenhängen.

 

„Das heißt , an den Arbeitsplätzen, im Krankenhaus, in der Industrie, bei der Eisenbahn, auf der Universität, da müßte sozusagen ein neuer Kreativitätsbegriff da sein, der aber die Konsequenz hat, daß man dieses System versteht. Das ist der erweiterte Kunstbegriff, der einen auch berechtigt zu sagen: Jeder Mensch ist ein Künstler. Denn ich sage doch nicht: Jeder Mensch kann ein Rembrandt sein.“
(Joseph Beuys 1980) 

 

Die Begrenzung von Kreativität auf etwas Besonderes, was sich nur zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Personen manifestiert ist eine Auffassung des 19. Jahrhunderts, die zu Beginn des      21.Jahrhunderts zu teuer ist, wenn man die Ressourcen des einzelnen Mitarbeiters als eigentliches Kapital des Unternehmens begreift und diesen Mitarbeiter quasi als Künstler in all seinen Möglichkeiten fördern will. 

 

Der Satz: „Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht der Mensch.“ bekommt damit auch eine ganz neue Bedeutung und das Unternehmen als wichtiger sozialer und kultureller Bedeutungsträger wird seinen Aufgaben, die ja weit über den wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess hinausgehen, auf neue Weise gerecht. Kreativität als Geisteshaltung oder Lebenseinstellung die sich überall zu allen Zeiten anwenden lässt (nicht muß) kann so zu einer dauernden Aufgabe werden, deren Bewältigung nicht auf bestimmte Lebensbereiche beschränkt und hauptsächlich dem Wollen und Willen des Einzelnen überlassen wird, sondern durch geeignete Arbeits- und Lebensumstände gefördert werden kann. Dazu liefern unsere Projekte einen Ansatz und häufig auch einen sehr erfreulichen Anfang.

 

 

 


. . . schöpferisch tätig sein können . . . 

 

Wir begreifen Kunst und Wirtschaft und Gesellschaft nicht als konkurrierende sondern als kommunizierende Systeme, die sich durch und in ihren Unterschiedlichkeiten gegenseitig bereichern können.

 

Bereicherung verstehen wir als nachhaltiges Wachstum im Sinne von Erweiterung, Verbesserung und nicht als quantitative Mittelakkumulation.

 

Die gemeinsame Risikobereitschaft und Innovationsfähigkeit von Künstlern und Unternehmern können gesellschaftliche Entwicklungen initiieren und begleiten.

 

Durch den Austausch über Werte können Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst (und vielleicht auch Religion) aus den in die Enge führenden fundamentalen Verstrickungen des Idealismus und des Materialismus herauskommen. 

 

Im gemeinsamen Diskurs zwischen Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst können wir einen neuen contrat social schaffen, der nicht der technologischen Entwicklung hinterherhinkt, sondern diese auch zu steuern vermag.